Pina Bausch – eine interkulturelle Mittlerin? Ein Rezeptionsvergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden

Authors
Publication date 2017
Host editors
  • N. Colin
  • P. Farges
  • F. Taubert
Book title Annäherung durch Konflikt
Book subtitle Mittler und Vermittlung
ISBN
  • 9783939381914
Series Amsterdam German Studies
Edition 1
Pages (from-to) 175-188
Publisher Heidelberg: Synchron
Organisations
  • Faculty of Humanities (FGw) - Amsterdam Institute for Humanities Research (AIHR) - Amsterdam Center for Language and Communication (ACLC)
  • Faculty of Humanities (FGw)
  • Faculty of Humanities (FGw) - Amsterdam Institute for Humanities Research (AIHR) - Amsterdam School for Cultural Analysis (ASCA)
Abstract
„Was Bertolt Brecht für das deutsche Theater der ersten Hälfte des Jahrhunderts bedeutete, bedeutete Pina Bausch für die zweite Hälfte.“ Rudolf Rach (Verleger, L’Arche Editeur, Paris)
Das Tanztheater Wuppertal errang unter seiner Choreographin Pina Bausch Weltruhm. Die Grundannahme ist, dass Bauschs Erfolg nicht auf die von ihr verwendete universelle „Sprache“ und kulturvermittelnde Funktion ihrer Compagnie zurückzuführen ist, sondern nur im Blick auf ihre starke lokale Verwurzelung in ihrer deutschen Heimat zu begreifen ist. Pina Bauschs künstlerischer Werdegang verläuft nach einem nahezu klassischen Muster und lässt sich in drei Phasen gliedern, die nicht unabhängig voneinander zu verstehen sind: Beginnend als Akteurin der Avantgardebewegung der 1970er Jahre, erfährt ihr Tanztheater in den 1980er Jahre seine institutionelle Etablierung und erlebt eine beispiellose Erfolgsphase. Darauf aufbauend beginnt die Compagnie in den 1990er Jahren verstärkt ihre Produktionen als internationale Kooperationen zu realisieren, was nicht ohne Einfluss auf ihre „Sprache“ und Ausdrucksformen bleiben wird. Pierre Bourdieus feldtheoretischem Ansatz in „Die Regeln der Kunst“ folgend, lässt sich bei Pina Bausch, wie bei vielen anderen Künstlern des 20. Jahrhunderts, mit dem (mit dem Erfolg) zunehmenden Konsekrationsgrad ihrer Arbeit, eine veränderte Ästhetik feststellen, wobei die dramatisch-realistische und teilweise drastische Formsprache ihrer frühen Werke, zunehmend von einer affirmativen und universell verständlichen Bildsymbolik abgelöst wird. Der Beitrag untersucht die Voraussetzungen, den Verlauf und die Folgen des internationalen Erfolgs dieses so berühmt gewordenen Tanztheaters.
Document type Chapter
Language German
Other links http://www.synchron-publishers.com/texte/14-amsterdam/1410mittler-t.html
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